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Die Hintergründe
Afros sind seit vielen Generationen Teil der deutschen Gesellschaft,
wenngleich sie nicht als solcher (an)erkannt werden und ihr Beitrag zur
deutschen Geschichte und Kultur nicht als solcher benannt wird. Werden
sie wahrgenommen, dann oftmals, verstärkt durch die Darstellungskraft
der Medien, im Kontext von Rassismus und Kriminalitätsstatistiken
sowie in der Debatte um Zuwanderung. Oder sie bewegen sich im Schatten
alteingesessener Klischeevorstellungen, Rollen, die Afros in der Gesellschaft
zugedacht sind: Musiker, Tänzer, Model oder Sportler. Der Fokus liegt
auf der Körperlichkeit, selten auf der Intelligenz. Dass es zahlreiche
Lebensläufe neben den Genannten gibt, bleibt der Öffentlichkeit
verborgen, wenn es nicht im unmittelbaren Umfeld zu beobachten ist.
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Doch
aus der Diskrepanz heraus, den Rollenzuschreibungen auf der einen Seite
und dem Kampf für Gleichberichtigung auf allen Ebenen des gesellschaftlichen
Zusammen-lebens auf der anderen Seite, hat sich eine Lebensart entwickelt,
die X an dieser Stelle als AfroKultur bezeichnet.
Eine Kultur, die verwurzelt ist in den alten afrikanischen Traditionen,
Musik als Medium zu nutzen, Worte, um Bilder zu malen und Bilder, um Geschichten
zu erzählen. Traditionen, die auf der "Reise über die Meere"
mitfuhren und im Wechselspiel mit europäischen, amerikanischen und
asiatischen Arten des Lebens eine "neue" Kultur entstehen ließen.
AfroKultur lässt sich nur schwer auf nationale Grenzen beschränken,
ist nicht statisch, sondern als Auslöser, Empfänger und Spiegelbild
gesellschaftlicher Veränderungen, dynamisch - bestimmt durch eine Diversität,
die viele Gemeinsamkeiten bietet und als Quelle für ein enormes Maß
an Kreativität dient.
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Viele kleine Leute, an vielen kleinen Orten, die
viele Dinge tun, werden das Antlitz dieser Welt verändern.
(aus Tansania)
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| AfroKultur
ist ein Teil deutscher Kultur. Als Ergebnis der alltäglichen Debatten
um Zugehörigkeit, den daraus resultierenden alltäglichen Aus-
einandersetzungen mit der eigenen Identität und den zur Verfügung
stehenden Kanälen, um sich selbst auszudrücken, findet sie ihren
Ausdruck nicht nur im "zugedachten" Genre der Musik, sondern zudem
in den Bereichen Kunst, Literatur und Theater wieder. Aus den Erfahrungen
und Geschichten eines jeden Afro ist eine kollektive Lebensart gewachsen,
die sich wiederum individuell spiegelt. Afros sind somit nicht nur die Produzenten
einer Kultur, sondern sie sind auch ihre Konsumenten - und zwar nicht die
Einzigen. Auf deutschen Straßen ist zu sehen, wie "Nicht-Afros",
AfroKultur adaptieren, sei es in der Art, wie sie ihre Haare oder Kleidung
tragen, den Restaurants, die sie präferieren oder der Musik, die sie
hören und/oder produzieren. Menschen identifizieren sich - auch abseits
der Klischees - sei es aufgrund ihrer persönlichen Geschichte, ihrer
beruflichen oder privaten Verbindungen oder aufgrund ihrer Interessen. |
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Schöne Dinge
wachsen inmitten der Dornen. (aus dem
Kongo)
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